Rezensionen einiger Leser

Vom 26. November 2017: 

"Auf dem Weg in ein besseres Leben?

Der Wunsch nach Freiheit und einer besseren Zukunft wächst bei den Geschwistern Seonghan und Jeongha und sie wollen dem entbehrungsreichen Leben unter Zwang, der Angst vor Gewalt und der Ausbeutung der Menschen in Nordkorea entfliehen. Mit dem Mut und der Hoffnung im Gepäck machen sie sich auf den Weg auf eine abenteuerliche Flucht, die so ganz anders verläuft, als sie es sich erhofft haben.

„Schatten ohne Licht“ ist der fiktive Debütroman von Marcus S. Theis, der sehr eindringlich, bedrückend und schockierend ist. Mit Einbindung eines brandaktuellen Themas und seinem fesselnden und bildhaften Schreibstil schafft es der Autor direkt den Leser in seinen Bann zu ziehen. Das Leben in einem kommunistisch geführten Staat kommt sehr realitätsnah rüber und man spürt die Macht der Propaganda, den Zwang und die Unterdrückung, den Hunger und die Ausbeutung, den geringen Wert eines Menschen und den Willen und Mut von Einzelnen, diesem zu entfliehen. Die Atmosphäre im Buch ist unglaublich stark und man schwankt bei den zwei verschiedenen Erzählsträngen immer zwischen Hoffen, Bangen und Entsetzen. Über allem steht der Wunsch nach Menschlichkeit und Anerkennung!

Seonghan und Jeongha werden bei ihrer Flucht getrennt und man erlebt zwei sehr unterschiedliche Schicksale, die einen tief berühren und Mitleid und Anteilnahme erzeugen. Man fiebert mit ihnen mit und hofft bis zum Schluss mit ihnen auf einen guten Ausgang ihrer Geschichte. Ihre Charaktere sind sehr sympathisch, lebensecht und menschlich dargestellt und mich hat ein Satz von Seonghan sehr berührt in dem er sich die Frage stellt: „War es das wert?“ Nach dem Beenden des Romans ist man sich erst richtig bewusst geworden, welch aussagekräftiger Titel dieses Buch hat! Es macht einen traurig und sehr nachdenklich.

Mein Fazit:

Marcus S. Theis hat mich mit seinem Buch in den Bann gezogen und begeistert. Ein bedrückendes Thema wurde hier sehr gut umgesetzt und hat einem nochmal vor Augen geführt, dass man sich glücklich schätzen kann, in einem freien Land aufgewachsen zu sein und dort leben zu können.

Ich bin sehr froh, dass ich dieses besondere Buch während einer Leserunde kennenlernen durfte und werde es sehr gerne weiterempfehlen.

Verdient vergebe ich 5 Sterne."      Link zur Rezension   

 

 

 

Vom 14. Dezember 2017: 

"Die Geschwister Seonghan und Jeonghan wachsen in einem nordkoreanischen Dorf in äußerst ärmlichen Verhältnissen auf. Das Leben wird geprägt von der kommunistischen Diktatur und die Liebe zu ihrem "Geliebten Führer" wird ihnen vom ersten Tag an als oberste Maxim in die Wiege gelegt. Sie lernen trotz der ärmlichen Verhältnisse dankbar für das ihnen geschenkte Leben zu sein und arbeiten auch schon als Kinder unter teilweise menschenunwürdigen Verhältnissen. Mit dem Hungertod des regimetreuen Großvaters kommen den Geschwistern erste Bedenken. Sie fragen sich, wo die Vögel wohl hinfliegen, und wie es dort wohl aussieht. Gibt es ein Leben außerhalb ihrer vorbestimmten Regeln?

 

Marcus S. Theis hat mit "Schatten ohne Licht" ein beeindruckendes und ergreifendes Romandebüt geschrieben. Er nimmt sich eines brisanten Themas an und setzt die Geschichte schonungslos und offen um. Er führt dem sicherlich teilweise fassungslosen Leser die für ihn unvorstellbaren Verhältnisse im Land des kompromisslosen Nordkoreas vor Augen, ohne dabei aber zu reißerisch zu wirken. Durch seinen nüchteren und ehrlichen Schreibstil wirkt die Geschichte um die beiden Geschwister real und authentisch. Gleichzeitig baut Marcus S. Theis um das Schicksal der Protagonisten einen im Verlauf der Geschichte immer weiter zunehmenden Spannungsbogen auf. Er thematisiert das Streben nach Freiheit und der vermeintlich heilen und schöneren Welt. Der Wunsch dieses Ziel zu erreichen setzt unglaubliche Kräfte frei und die Hoffnung auf ein besseres Leben, lässt die Menschen vieles erdulden und aussichtslose Situationen meistern. Das beeindruckende Finale hat mich dann nachdenklich zurückgelassen.

 

"Schatten ohne Licht" gewährt einen guten Einblick in ein für die westliche Welt zumeist verschlossenes Land. Mich konnte das Buch und das Schicksal der Protagonisten packen, so dass ich den Roman wärmstens weiterempfehlen kann. Für mich eine überraschendes Buch, welches ich zu meinen Lesehighlights des Jahres zähle. Daher bewerte ich das Buch mit den vollen fünf von fünf Sternen!!!"     Link zur Rezension

 

 

 

Vom 16. Dezember 2017:

 "Ein Roman, der noch lange im Gedächtnis bleibt...

"Schatten ohne Licht" enthält trotz seines recht überschaubaren Umfangs so viele fesselnde Elemente, dass dem Leser kaum Zeit bleibt zum Atmen!

 

Flüssig und auf interessante Art und Weise wird die Geschichte erzählt - im Wechsel aus zwei verschiedenen Perspektiven. Der Spannungsbogen ist enorm, dramatische Wendungen perfekt und realistisch, ja, auch ungeschönt dargestellt.

Man merkt, dass der Autor weiß worüber er schreibt und, dass er sich ausgiebig mit den Themen beschäftigt hat.

Historisches fügt sich ebenso wie aktuelle Zustände Koreas in das Geschehen ein, von einem verständlicherweise kritischen Standpunkt aus. Das Tolle ist, dass beide Süd- und Nordkorea "ihr Fett dabei wegkriegen". Der Autor ist kein Scharz-weiß-Denker, das fand ich super!

Er - und das sehe ich auch als zentrale Botschaft des Romans an - zeigt: Stets sollte der Ist-Zustand hinterfragt und ehrlich bewertet werden, statt sich mit der Prüfung möglicher Alternativen zufriedenzugeben. Und das nicht nur, wenn es um Korea geht. Es lässt sich wunderbar auch auf andere Lebensbereiche adaptieren.

 

Alles in allem: ein tolles, vielschichtiges Werk! Sehr zu empfehlen!"       Link zur Rezension

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