Auszüge aus der Gedichtssammlung "Saturitas":

Zyklus

 

In kleinen Kreisen rotieren die Blätter
Fallen auf den toten Boden zu
Der Baum trotzt dem harschen Wetter
Das Blattwerk, das kommt nie zu ruh.

 

Auch das Letzte wird sich trennen
Sicher zu seinem Schicksal sinken
Der Baum mag es Kinde nennen
Wird er dennoch wenig winken

 

Neues wird den Platz einnehmen
Geduld muss er nur haben
Und sich nach dem Frühling sehnen
Erstrahlt von schrecklich frischen Farben

 

Der Frühling, der wird stetig siegen
Unendlich' Male ist's geschehen
Zwar werden Blätter in der ewig Kälte liegen
Doch der Baum wird’s überstehen

 

Chance und Last im Geist vereint:
Verdorbenes stürzt ins Totenreich
Neue Hoffnung wieder keimt
Doch der Zyklus, der bleibt gleich.

 

 

 

Träume

 

Abgedroschen ist der Garten Eden
Hungern stets nach mehr
Täglich über unsre Leiden reden
Als ob es selbstverständlich wär‘

Dass wir vieler Menschen Träume leben!

 

Eine Welt voll Schicksalsschreie
Leben wir vergleichbar sorgenfrei
Sitzen in der zweiten Reihe
Und klagen dennoch, dass es nicht die erste sei

 

Einmal etwas eingefügt
Nichts minder mehr genügt
Gleich Bambus er gedeiht
Der Stumpfsinn der Alltäglichkeit

 

 

Nicht-veröffentliche Texte:

Die Fassaden, die wir schufen

 

Ein Roman über zwei Cousins: Dem introvertierten Idealisten Friedrich und dem extrovertierten Hedonisten Stephan, und deren komplett gegenläufigen Ansichten, wie das Leben in seiner Gesamtheit zu bewältigen ist. 

 

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© Marcus Stephan Theis